Besuch im Rautenstrauch-Joest-Museum in Köln

Am 27. Januar 2017 führte Clubschwester Prof. Dr. Ingeborg Flagge gewohnt kenntnisreich, eloquent und mit gelegentlichem Augenzwinkern durch das Rautenstrauch-Joest-Museum der beiden ehemals privaten Sammlungen Joest und Oppenheim in Köln.

Gerade in den politisch bewegten Zeiten empfiehlt sich ein Besuch in dieser ethnologischen Sammlung, seit 2010 im neu erbauten Haus. Denn, obwohl die Sammlung im 19. Jahrhundert geprägt durch kolonialen Blick entstand, weckt sie einen toleranten Blick auf die vielfältigen Kulturen der Welt.

Dies verdankt sie den Kuratoren, die eine intelligente, ästhetisch überzeugende Anordnung der Exponate schufen und für uns damit Türen zu einem tieferen Verständnis eröffneten – und dies im wahrsten Sinne des Wortes im Raum „Türen“. Dazu war eine Schwelle zu überschreiten, denn „Türen trennen und verbinden zugleich drinnen und draußen, privat und öffentlich. Sie kanalisieren den Zugang, und das Überschreiten ihrer Schwelle bedarf bei Fremden in der Regel der Ankündigung. Um ungebetene Gäste fernzuhalten, sind Türen mit Schlössern und manchmal mit schützenden magischen Zeichen versehen. Doch Türen stellen auch „Visitenkarten“ des Hauses dar und werden deshalb häufig besonders verziert. 13 wunderschöne Türen aus aller Welt möchten Ihnen ihre Geschichte erzählen. Treten Sie ein!Türen sind auch Übergänge – wie hier zwischen „Die Welt erfassen“ und „Die Welt gestalten“, den beiden übergreifenden Themenbereichen des Ausstellungsparcours“ (http://www.museenkoeln.de/rautenstrauch-joest-museum/Tueren).

Weitere Denkanstöße und reichen Diskussionsstoff gibt der „Raum der Vorurteile“ z.B. „Afrika ist arm und rückständig. Menschen aus Afrika leben in Lehmhütten und sind auf unsere Hilfe täglich angewiesen“.

Im 2. Stock ein Raum „Tod und Jenseits“, ganz in Weiß gehalten, wobei in vielen Kulturen der Tod auch sehr bunt sein kann, wie das Beispiel Mexiko eindrucksvoll zeigt.

Grandios sind auch die Masken für rituelle Tänze im letzten Raum des Obergeschosses. Bei einigen ist es möglich, dahinter zu schlüpfen und die Wirkung hautnah zu empfinden.

Die wesentliche Leistung des Museums ist es, in einem abwechslungsreich gestalteten Museum die Sammelleidenschaft von Joest und Oppenheim einzufangen und sie in einer überzeugenden, modernen, pädagogisch aufbereiteten Form zu präsentieren mit dem Ziel eines tieferen Verständnisses für die Welt. Dafür bekamen sie übrigens 2013 den „Council of Europe Museum Prize 2012“.

So war es kein Wunder, wie die gut 2 Stunden, die wir gemeinsam verbrachten, iim Flug vergingen. Anschließend ergaben sich interessante Gespräche bei leckerem Kuchen und Snacks im museumseigenen Bistro. Auch der Museumsshop ist einen Abstecher wert.

So freuten sich die Clubschwestern und Teilnehmer/innen, als Ingeborg spontan eine Führung durch das nahe Schnütgen-Museum im Februar in Aussicht stellte.

Dr. Ulla Stüßer