Mehr als 40 Clubschwestern trafen sich zum diesjährigen Programmtag am 21. März 2026 in Ulm. Gewalt gegen Frauen war das Thema – leider aktuell.
Die erschütternden Nachrichten über die Schicksale betroffener Frauen häufen sich. Und damit wichtiger denn je für unser gemeinsames sozialpolitisches Anliegen, dem Schutz von Frauen und Mädchen vor Gewalt jedweder Art.
Das Programmteam mit Kerstin Scholl und Antina Deike-Münstermann hatte ein umfassendes Angebot zum Thema zusammengestellt. Gleich mit dem Einstiegsvortrag Gewaltprävention beginnt im Club setzte Kerstin Scholl den Ton für den Tag. Sie erinnerte an unsere Aufgabe als Soroptimistinnen, Femizide zu benennen, auf Sprachgebrauch zu achten (es gibt keine „ Ehrenmorde“ und eheliche Gewalt ist keine Privatsache) und auf SI – Aktionen zum Thema in der Öffentlichkeit nachdrücklich und permanent aufmerksam zu machen. Einen Einblick in das unendliche Leid von Frauen gab die Ergotherapeutin Katrin Schläfer. Für viele von uns eine überraschende Erkenntnis, daß sich betroffene Frauen im Therapiekontext öffnen und von ihren Gewalterfahrungen berichten. Die Ergotherapeutin über ihre eigentliche Aufgabe hinaus als Vertrauensperson und Begleiterin handelnd bei der Verarbeitung von psychischen und physischen Folgen der Gewalt. Verschlimmert durch fehlende Hilfsprogramme und schwierige Rechtsverfolgung. Ergänzt wurde das Thema mit einem Beitrag zur Täterprävention, auch aus soroptimistischer Sicht der notwendige Ansatz zur Begrenzung bzw. Vermeidung häuslicher Gewalt. Mario Stahr, Diplom-Sozialpädagoge und systemischer Berater, Leiter der psychologischen Beratungsstelle der Diakonie Ulm und stv. Vorsitzender der Bundesarbeitsgemeinschaft „Täterarbeit Häusliche Gewalt e.V“ machte uns mit den entsprechenden Programmen bekannt. Täterarbeit ist Opferschutz. Allerdings fehlt es auch hier an der ausreichenden Finanzierung der Programme und entsprechender Ressourcen um die so dringend notwendige Prävention zu verbessern.
Im Übrigen war Netzwerken angesagt. Hier wurde wieder das besondere Talent der Soroptimistinnen deutlich, sich auf dem soliden Grundstein des soroptimistischen Gedankens vertrauensvoll auszutauschen, neue Verbindungen zu knüpfen und von der vielfältigen Erfahrung der Clubschwestern zu profitieren. Eine rundum gelungene Veranstaltung, inspirierend, bereichernd, berührend!